Großmeister Harms

Das Leben des Hermann Harms

Hermann Harms wurde im Februar 1950 in Gelsenkirchen-Buer geboren. Seit früheste Kindheit ist er für Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit der Person. Das machte ihn zum bekennenden Christ, Pfadfinder und Kampfkünstler.

Schon als Jugendlicher wurde er zum Kriegsdienstgegner. Später sang er als Protestsänger Lieder gegen Krieg und für Freiheit. Danach widmete er sich der bildenden Kunst und stellte als Maler und Grafiker surrealistische Bilder aus, die sozialkritische Inhalte hatten.

Im April 1957 nahm sein älterer Bruder Alfons ihn zum ersten Mal zu seinem Judotraining mit. Bereits nach kurzer Zeit wurde ihm klar, dass es sich hierbei um eine Disziplin handelt, die mehr zu bieten hat als nur Sport. Er war fasziniert von der Ästhetik, Ethik und Geisteshaltung. So blieb er der Kampfkunst treu.

Er probierte nacheinander und nebeneinander verschiedene Kampfkunstsysteme aus, beschäftigte sich mit Selbstverteidigungstechniken und deren Mythen. 1971 konnte er schließlich seine Prüfung zum ersten Dan ablegen. Seitdem unterrichtet er Jiu-Jitsu und andere Selbstverteidigungssysteme stets unter dem Aspekt von Anwendbarkeit, Sitte und Anstand. Losgelöst von finanziellen Interessen und dem Streben nach Anerkennung fand er weltweit menschliche und sportliche Anerkennung sowie Beziehungen, Freundschaften und Gedankenaustausch.

Auf einer seiner vielen Reisen nach Asien bescherte ihm sein Interesse an den asiatischen Kampfkünsten seine Ehefrau, mit der er seit 1984 glücklich verheiratet ist.

Kampfkunstlehrer unterliegen oft dem Irrtum der eigenen Unfehlbarkeit. Nach 50 Jahren Praxis weiß er, dass man nie zu Ende lernt. Sein Motto lautet: „Wer glaubt, alles zu wissen, hat noch nicht genug gelernt!“

Mit seiner Beharrlichkeit ist Hermann Harms vielen Menschen auf die Füße getreten, doch am Ende zeigte sich immer wieder, dass er vorausschauend und umsichtig gehandelt hat. Er sagt, dass die menschlichen Fähigkeiten so verschieden sind wie die Menschen selbst, sei es in Größe, Gewicht oder Gestalt. Das muss man verstehen, sonst bleibt man allein oder wird allein gelassen.

Natürlich besteht oft ein großer Unterschied zwischen Theorie und Praxis und wir müssen alle Lehrgeld bezahlen, bis sich aus der Kampfkunst praktische Anwendungen für den Alltag gewinnen lassen. Alle, die Hermann Harms auf seinem Weg Knüppel zwischen die Beine geworfen haben, haben ihn nie fallen sehen. Er zehrt von der soliden Ausbildung, die er selbst genossen hat. Diese umfasste nicht nur die Entwicklung körperlicher Fähigkeiten, sondern in erster Linie die Schulung des Geistes und des Charakters.

Großmeister Harms betrachtet seine Arbeit in den Kampfkünsten nicht als Belastung oder Mühe, sondern erlebt ein stetig friedliches und sinnvolles Miteinander mit unterschiedlichsten Menschen. Er ist ein sozial denkender Mensch, der auf seinem Weg zum abgesteckten Ziel die Augen und Ohren offen hält. Dies schafft ein gutes Lebensgefühl und dient auch dem Allgemeinwohl. Der Motor dafür liegt wohl in seiner christlichen Grundeinstellung zum Leben und darin, dass er immer ein gutes Auskommen in einem guten Beruf hatte.

Wir wissen, dass Menschen ihr Bestes nie unter Zwang leisten. Nur wenn Interesse, Freude an der eigenen Leistung und ein eiserner Wille vorhanden sind, kann jedes hohe Ziel erreicht werden. Dies lebt Hermann Harms seinen Schülern in aller Welt vor.

Sein Weg vom schüchternen, dünnen Jungen aus dem Ruhrgebiet zum weltbekannten Kampfkunstgroßmeister dauerte ein halbes Jahrhundert. Er hat sich hinsichtlich der vielen schönen Erlebnisse und Erfolge für ihn und die vielen Menschen, die er im Laufe seines Lebens ausgebildet hat, gelohnt. Er hat viele Menschen motiviert und auf den richtigen Lebensweg gebracht.

Durch seine mehr als 50-jährige nebenberufliche Lehrtätigkeit in seiner Freizeit hat er es als Großmeister auf einen Platz gebracht, von dem er nie zu träumen gewagt hätte. Er ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern arbeitet weiterhin weltweit ehrenamtlich als Berater für Organisationen, bildet seine Schüler vor Ort aus und hält europaweit Seminare ab. Sein Körper ist gealtert, doch sein Herz ist wesentlich jünger. Hoffentlich bleibt er uns noch lange als Lehrer und Freund erhalten.